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Stephen Colbert…

…hat leider nicht groß abgeräumt bei den Emmy Awards, aber dennoch ein paar wunderbare Auftritte beschert („Good Evening you godless sodomists!“). So eine Show oder eine in dem Format von „The Daily Show“ wünsche ich mir für die deutsche Fernsehlandschaft, haben wir zwar in der Sendung von „Freitag Nacht News“ nur dort herrscht der Gürtellinienhumor und Politik lässt man dort meist aussen vor, während man mit Stephen Colbert und Jon Stewart die Blödelei direkt am Kongressabgeordneten oder Gouverneur ablässt.

Hier mal neben dem obigen Gouverneurlink ein kleiner Einblick wie schön man den NeoCon Bill O‘Reilly in die Pfanne hauen kann:

The Daily Show kann man übrigens auf CNN int. bewundern, läuft meines Wissens nach unter der Woche meistens um 21.30 Uhr.

Space Ghost!

Beim Youtube Durchklicken findet man immer wieder sinnlos interessantes, oder interessant sinnloses, je nachdem.

Es gab einmal eine Zeit, lang, lang ist es her, da belegte ein Sender namens Cartoon Network einen Programmplatz auf dem Sat-Receiver. Und auf diesem lief eine Sendung namens „The Space Ghost Show“, ein abgehalfteter Supermanähnlicher Serienstar einer 60er Comicserie moderierte dort völlig sinnfrei eine Art Lateshow. Die von Dadaismus triefende Sendung war wirklich genial, ausserdem lernte ich da einiges an englischen Wörtern, was für meine Schulkarriere sogar förderlich war.

Ein paar Berühmtheiten traten dort auf, zum Beispiel Beck Hansen. Ausserdem wäre es doch garnicht so abwegig einmal wieder die Feuerameisenfolge auszustrahlen, bei der heutigen Konzentrationsspanne der Menschen der westlichen Industrieländer, die wohl irgendwo bei 10 Sekunden liegt, wäre es doch garnicht so schlecht diesen einmal eine total sinnlose Folge vorzulegen in der Space Ghost minutenlang einer kleinen Ameise folgt.

Kleiner Fernsehtipp

Am Sonntag, den 6. August um 22 Uhr kommt auf VOX der Film Donnie Darko. Ein Streifen der in Deutschland nie in die Kinos kam da er in den USA an deren Kassen ordentlich floppte, leider.

Kurz zur Geschichte: Der scheue und zurückgezogene Teenager Donnie Darko (gespielt von Jake Gyllenhaal) schlafwandelt gerne durch die Gegend und eines Abends begegnet er dabei einem „Hasen“, genannt Frank, der ihn warnt das in 28 Tagen das Ende der Welt anbricht. Als er dann erwacht (auf einem Golfplatz) und nach hause läuft sieht er wie eine Turbine in das Zuhause eingeschlagen ist.

Am Anfang kommt einem noch der Verdacht auf das der gute Donnie wohl Schizophren ist, seine Eltern schicken ihn öfters zum Psychiater und er darf dann nette Pillen einwerfen. Aber die Handlung wendet sich dann. Der Film wird zum Ende hin immer merkwürdiger und immer schwerer nachzuvollziehen. Jedenfalls habe ich beim zweiten Anschauen des Filmes einiges mehr entdecken können. Aber wer auf „psychodelische Filme“ (siehe auch „Mindfuck“ bei Wikipedia) steht wird daran seine Freude haben.

Bestes von der Schleichwerbung

Zappe gelangweilt durch die Fernsehkanäle und hänge kurz bei SuperRTL fest, da ein betagter ehemaliger Fussballer (Name liegt mir auf der Zunge fällt mir aber nicht ein, nur die Haarmatte habe ich sofort erkannt, die gleiche wie vor 10 Jahren) gerade die hohe Fussballkunst erklärt, kurz darauf löst sich der Mannschaftskreis auf und aus dem Off ertönt die Stimme: „Doch das Training ist für zwei noch nicht vorbei, denn wichtig ist auch die richtige Ernährung für einen Fussballer.“

Toll denke ich da, Ernährungstipps, immer gut, besonders bei meinen bescheidenen Kochkünsten, ich bewege mich ja eher wie ein Kochlegastheniker durch die eigene Topf- und Herdwelt. So, die zwei Jungs sind dann „oben“ wohl in einem der VIP Lounges des Stadions angekommen, wo schon alles hergerichtet ist, drei Schneidebretter, diverse Klingen, unter den Tischen liegen Kochtöpfe und Schneebesen herum, ein paar Kräuterpflanzen haben es auch an den Rand der Totalen Kameraeinstellung geschafft. Als erstes beginnt der Koch in der Mitte, schön ausstaffiert mit diesen „Kochhemd“ und einer Schürze den Jungs einen Geschmackstest anzubieten. Gesagt getan, schnallt sich einer der zwei eine Blickdichte Brille um den Kopf und testet erst ein Stück Leberwurst, danach ein Stück Fleischwurst und am Ende ein Stück Salami. Test bestanden, alles sofort auf Anhieb erkannt, toll, wann wird gekocht frage ich mich schon ungeduldig, denke an tolle Fruchtshakes, grandiose und einfallsreiche sowie einfache (da ja für Kinder gedacht) Gerichte. Tja, falsch gedacht, der Koch stellt die Frage wieviele Wurstsorten es wohl gibt, ahh ein Ratespielchen zur Auflockerung wohl, ein netter Plausch so nebenbei. Beide liegen weit daneben, über 1500 Wurstsorten gibt es, die Ratefüchse gucken gleichgültig auf die Schneidebretter (selbst tippten sie auf 100 bzw. 115).

So jetzt aber, mach hinne, dachte ich mir und drohte schon mit der Fernbedienung. Der Erklärbär im Kochoutfit fängt endlich an seinen geliebten Halbzeitsnack vorzustellen. Was mag das sein? Ein paar Sekunden später wird es mir klar, eine Nahaufnahme zeigt wie einer der Jungs zwei Wurstscheiben auf ein bebuttertes Brot legt. Fertig ist der Halbzeitsnack! Kurz darauf gibt es noch eine kurze Erklärung das Wurst sehr reich an hochwertigem Eiweiß ist und ganz ganz viel Eisen enthält! Das ist doch ein Witz oder wie, für nen Kanten Brot mit Wurst drauf einen Koch engagiert und lauter Kochuntensilen im Raum verstreut, denke ich da nur und stoße laut auf:“Ist das jetzt irgendwie Schleichwerbung oder was, für ein Wurstbrot brauche ich doch keinen Koch, da hätte auch der Kabelträger des Kameramanns genügt!“

Gleich darauf kommt der Abspann und am Ende, was taucht da wohl auf? „Diese Sendung wurde unterstützt von der CMA – Bestes vom Bauern!“

Sowas widert mich an, besonders bei einer offensichtlichen Kindersendung, das ein werbender Verband so in den redaktionellen Teil einer Sendung reinpfuscht und ungeniert für seine Produkte wirbt, da verging es mir doch glatt.

Ich bin jetzt kein Vegetarier, Veganer, Nur-Fallobst-Esser oder ähnliches, aber so „offensichtlich unoffensichtlich“ und plump Werbung für Produkte zu platzieren, es in den Himmel hoch zu loben und es unterschwellig so zu suggerieren das man, wenn man guter Fussballer werden will, sich richtig ernähren muss und da gehört die Wurst ganz unbedingt dazu…da kommt es mir hoch.

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